Zeichentrick-Jammerlappen

… oder wer brummt sich ins Unterbewusstsein der neuen Generation?

Ob Fernsehen verblödet? Es kommt auf die Menge und auf die Sendungen an, durch die man sich beeinflussen lässt. Bei der Programmgestaltung der TV-Anstalten wird Unterhaltung leider oft wortwörtlich genommen: Unter-halten, also unter dem Niveau halten. Um die Ausnahmen geht es diesmal nicht.

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Vor gut 20 Jahren gab es im täglichen Programm kaum Kindersendungen, die Auswahl war gering, nur in den Schulferien konnte man etwas mehr Zeit mit Glotzen verschwenden. Heute produziert die Unterhaltungsindustrie eine Unmenge von Beiträgen für die junge Generation. Die Tendenz geht auch in dieser Sparte in Richtung „Massenhaltung“.

Dabei wird einfach missachtet, dass (Klein)Kinder unkritisch in die Röhre schauen und die Inhalte hauptsächlich bedingungslos akzeptieren. Sie leben in der Gegenwart und nehmen Geschichten als wirkliche Ereignisse wahr. (Also sterben für sie Schneewittchen und Dornröschen tausend Tode und viele unglückliche Prinzen werden tatsächlich vom Drachen aufgefressen.) Genauso werden Verhaltensmuster ohne nachzudenken angenommen. Auf dem Spielplatz hallen sogar Gelächter, die sich wie das krankhaft-böse Kreischen des schwammigen Schwachkopfs anhören. (Na, wer wohl gemeint ist?) Ein schauderhaftes Erlebnis!

Selbst renommierte Sender tappen in die negativ-Erlebnis-Falle. Das liegt vermutlich daran, dass der Informationsgehalt der Produktion widersprüchlich ist. Wenn beispielsweise süße Kuschelbärchen in einer optisch perfekten Umgebung – wohl geachtet auf die attraktive und aufwendige Illustration – miteinander lieb und höflich kommunizieren, schleichen sie unauffällig in die Herzen der Zuschauer. Sie benehmen sich tadellos, die Dialoge sind altersgerecht, die Erzählung ebenso. Wo ist also der Haken?

Bei der Problemlösung: Eine Aufgabe in der Episode scheint schwierig zu sein, auch wenn die Helden bereits Ideen entwickeln, wie man das Hindernis aus dem Weg räumen könnte. Anstatt jedoch, sich Kraft zuzusprechen, fangen sie mit dem Jammern an: „Oh, wie soll das gehen? Das schaffen wir nie!“

Ärgerlich. Anstatt, sich mit derartigen dummen Sprüchen zu demotivieren, könnte man sich überlegen, den knuddeligen Sympathieträgern aufbauende Worte in den Mund zu legen, wie: „An die Arbeit, wir zeigen, was wir können!“ Genau diese Einstellung sollte die Kinder später in der Schule und danach im Berufsleben stärken und erfolgreicher machen.

Positives Denken und Denken überhaupt ist heutzutage Mangelware. Bringen wir’s unseren Kindern bei! Die allereinfachste Lösung liegt nur einen Ausschaltknopf entfernt.

 

Ansonsten gilt die Aussage: Das Berufsbild Psychoanalytiker ist ein großartiger Bildungsweg mit Zukunft.

 

 

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