Sex macht Spaß, aber viel Mühe

„Sex macht Spaß, aber viel Mühe“ von Steffen Münzberg

Fortpflanzung, Evolution und Primatenstrategien

Man erwarte beim draufgängerischen Titel keine versauten Erfahrungsberichte und keine abschätzigen Anekdoten mit sexuellem Hintergrund. Viel mehr geht es in Steffen Münzbergs Buch (Co-Autoren: Susanne Thiele und Vladimir Kochergin) um biologische Hintergründe zum Thema Fortpflanzung und Evolution.

Wenn man dieses Sachbuch mit angemessenem Interesse liest, bekommt man einen allumfassenden Überblick zur Entwicklung und zum Arterhaltungstrieb biologischer Wesen von der Zellebene angefangen bis zur Spezies Mensch. Streng wissenschaftlich, genauestens recherchiert und mit wohl durchdachten Hypothesen. Der Begriff „Sex“ gewinnt erst bei den höher entwickelten Rassen an Bedeutung.

Es ist interessant, die natürliche Überlebenstaktik der verschiedenen Lebensformen mit Hilfe des Autors zu verfolgen, um bald festzustellen mit welcher Kreativität die Natur eine fast unfassbare Vielfalt bisher schuf – ohne die kleinste Andeutung, dass dieser Vorgang bereits abgeschlossen wäre.

In einer klar verständlichen Sprache wird verdeutlicht, wie oft die Handlungen der Lebewesen durch sexuelles Bedürfnis motiviert werden. Geistreich und witzig führt Steffen Münzberg die Leser durch die langen Jahrtausende der Evolution. Soziales, politisches, (un)moralisches und romantisches Verhalten inbegriffen, um nur Einiges ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erwähnen. Verblüffende statistische Daten unterstützen seine Aussagen optimal.

Um mit dem informationsreichen Fachtext zurecht zu kommen, sind keine überdurchschnittlichen Vorkenntnisse im Fach Biologie vorausgesetzt, es ist völlig ausreichend, sich offen und wissbegierig ins Thema zu stürzen und zu staunen. Versprochen: Der Zauber an Sex geht dabei nicht verloren.

ISBN: 978-3280055571

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