Alles außer Austern von Tessa Hennig

Das Beste kommt erst am Schluss, auch die Austern

In Tessa Hennigs Buch bedeutet das tatsächlich, dass man die Austern „verdienen“ muss. Die Belohnung erwartet nur die Sieger und aus den heiklen Ereignissen stolz herauszukommen ist nicht leicht.

Die Protagonisten sind erwachsene Menschen, eigentlich schon jenseits der üblichen altersbedingten Krisen, dennoch mit schwerwiegenden Problemen. Sie geben sich Jahr für Jahr einer Illusion hin, sie fahren in ihr geliebtes Ferienhaus nach Frankreich und verdrängen dabei die langjährigen Alltagssorgen, als gäbe es sie gar nicht.


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Es scheint so, als hätten sie in ihrem Leben gar nichts mehr, nur dieses Haus. Sie würden daran ewig festhalten, nur kommt es plötzlich eine „erleuchtende“ Radtour dazwischen, die ungeahnte Emotionen freisetzt.

Die Autorin bringt menschliche Abgründe in den Mittelpunkt, ohne die Frage selbst beantworten zu wollen, was gut oder böse ist. Die Spannung lässt sie dabei perfekt nachempfinden. Ob die langjährige Freundschaft und die Ehen so viel Lügen, Lüsternheit, Untreue, Gier, Verbissenheit, Eingeschränktheit und (sexuellen) Frust noch aushalten? Folglich kommt es zu Extremsituationen und die Auseinandersetzungen werden ins Unermessliche getrieben.

Man kann dieses Buch nicht ganz reglos mitverfolgen. Schließlich geht es hier um die große Suche nach einem Ausweg aus aussichtslosen Lebenslagen in mehreren Fällen. Eine bildhafte, geradlinige Erzählung, eine alltagsnahe, bodenständige Sprache und kleine beläufige Weisheiten machen Tessa Hennings Roman lesenswert.

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